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Valentinstag

14.02.15

So recht für die Liebe geschaffen ist das Datum des Valentins Days nicht. Ich war am 14. Februar mit Tochter Vera und Partner Marcus auf dem Weg von State College nach Philadelphia. Wir machten in Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania und in Lancaster Halt. Das Wetter war ohne den angesagten Schneefall recht angenehm, aber ziemlich kalt. Die Landschaft lag während der Fahrt offen und grau vor uns. Das Tomtom war auf den kürzesten Weg eingestellt und führte uns deshalb über viele kleine und versteckte Straßen der schütteren Besiedelungen. So sah ich die allmähliche Veränderung der Architektur; neben die Holzhäuser traten erst vereinzelt, dann immer häufiger Backsteinhäuser, die vertrautere Fassaden vorwiesen (vor allem, wenn man in der Nähe von Bergmannssiedlungen im Ruhrgebiet aufgewachsen ist).
Harrisburg und Lancaster haben ein kompakteres Stadtbild als das, was ich bisher von State College gesehen habe. Hier kann ich mir eher vorstellen zu leben, als in der ländlich geprägten Universitätsidylle.
In Harrisburg am Ufer des Susquehanna River fand ich drei mit Schals geschmückte Bäume. Sollten sie wie ein früher Hinweis auf ein frühlingshaftes Osterfest mildes Wetter beschwören?

Am Ufer des zugefrorenen Susquehanna Rivers

Am Ufer des zugefrorenen Susquehanna Rivers

Ein Hinweis an einem der Schals sagte aber, dass es eine Hilfe gegen die beißende Kälte sein sollte, für alle, die darunter litten.

Kleine Gebrauchsanweisung

Kleine Gebrauchsanweisung

Nicht weit von den mit Schals dekorierten Bäumchen fanden wir auf zwei Parkbänken – des kalten Wetters wegen nicht besetzt – weitere Liebesgaben für Frierende. Was wir als einen Hinweis verstanden, dass es auch in Harrisburg homeless people gibt. Ob ein oder zwei Schals gegen die Minusgrade hier helfen, steht zu bezweifeln, aber die offensichtlich eigens für den Valentinstag angefertigten Warmhalter waren ein anonymer Hilfeversuch, der zumindest die Strickenden selbst (innerlich) erwärmt hat.

Ein eigenartiger Kontrast entstand zwischen den Valentins-Gaben auf den verwaisten Bänken und dem zugefrorenen Fluß, der unter sieben Brücken (vorn über einem Dutzend) zum Verweilen gezwungen war.

Blick auf drei der Drei der sieben Brücken, die wir mit einem Blick erfassen konnten

Blick auf drei der Drei der sieben Brücken, die wir mit einem Blick erfassen konnten

 

 

 

 

 

 

Liebevoll gemeinte Hilfe

Liebevoll gemeinte Hilfe

In Lancaster, eine gute Autostunde von Harrisburg entfernt und immer noch 160 km vom Ziel Philadelphia entfernt, kamen wir an einem kleinen Ladenlokal vorbei, das durchs die großen Fenster wie ein Café aussah, in dem sich Paare gegenüber sitzen. Beim genaueren Hinsehen bemerkte ich, dass dort die Valentins-Freudige für einander Geschenke bemalten. Eines der konzentriert-freudigen Gesichter durfte ich von außen portraitieren.

Beim Liebesspiel mit Pinsel und guter Laune

Beim Liebesspiel mit Pinsel und guter Laune

Wenige Schritte weiter gab es eine Bäckerei, die verführerisch-bunte Valentinskuchen anbot. Gerne hätte ich für Vera und Marcus – und für mein einsames Herz – ein paar bunte Süssigkeiten gekauft, aber ich ging wegen meines Fotografierens schon weit hinter den beiden her und die Warteschlange im Laden war lang. So mußten Erinnerungen uns den Abend versüssen.

 

Warten auf die schönen Kuchen

Warten auf die schönen Kuchen

Ich schaute zwischendurch mal schnell in einen Spiegel der Kunst:

Im Spiegel der Kunst

Im Spiegel der Kunst