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Japan Miszellen 2017 – Anmerkungen ohne strenge Reihenfolge 04

Fensterblicke

Mein Fortbewegungsmittel in den Städten sind meine Füße, mein Fortbewegungsmittel zwischen den Städten sind Züge. In beiden Fällen habe ich Zeit, um meine Umgebung aufzunehmen. Spätestens seit 2010, meiner ersten China-Reise sind daraus kleine Bild- und Wort-Tagebücher entstanden. D.h. ich habe immer wieder, wenn mich der Impuls, etwas festhalten zu wollen, überkam, ein Foto oder mehrere gemacht. Wenn möglich, habe ich parallel oder unabhängig voneinander meine Eindrücke auch in Worte gefaßt.

Auf der Fahrt von Tokyo über Ise (im Süden der Hauptinsel Honshu, auf einer nicht kleinen Halbinsel südöstlich von Osaka) nach Kyushu, der südlichsten der japanischen Inseln, habe ich ein solches Tagebuch wieder geführt.

„Ein Prozent der Passagiere in lokalen Zügen haben bei der Fahrt kein Handy in der Hand und benutzen es; von diesem einen Prozent schlafen etwa 50 Prozent.

9-00 Uhr morgens – S-Bahn Tokyo – Yokohama

Notiz am Bahnhof Shin-Fuji: Beim Ein- und Ausfahrten der Bahnhöfe sind immer wieder Fabriken / Fabrikationshallen zu sehen, die recht altmodisch aussehen. Da liegt die Technik sichtbar frei. Industrieflächen sind (optisch) nicht von Wohnflächen getrennt.

Bei Kakegawa: Teefelder an den Berghängen zum Osten. Von Zug aus sieht man wenig Grün in den Städten. Strommasten und elektrische Leitungen prägen stark die Ästhetik städtischer Flächen. Häuser wirken gern wie kleine Burgen.

Hamamatsu Industriestadt, aber auch Stadt der Musik; Heimat von Yamaha, mit bedeutenden Werken von Honda und Suzuki – entlang der Bahnstrecke ein Hochhauswäldchen.

Ein Trupp business-like gekleideter junger Männer steigt aus (alle ohne Mantel).

Industriell erscheint vieles, was man vom Zugfenster aus sehen kann, unterstrichen durch die intensive Verwendung von Wellblech, ebenso durch freiliegende Trägerkonstruktionen. Meist sind sie angerostet, was durch das sehr feuchte Klima (vor allem im Sommer) fast unausweichlich ist.

Außer in den Zentren der Städte (Ausnahmen sind die ganz großen) sind wenig Gebäude höher als zwei Geschosse gebaut.

Toyohashi

Städte unterscheiden sich vom Zug aus im Grunde nur durch mehr oder weniger prinzipiell gleichförmige Hochhaus Architekturen.

Bäume verweisen fast immer auf Tempel oder Shrine-Bereiche

im Bahnhof – Blick aus einem Shinkansen auf einen anderen

Aus dem Semi-Rapid von Nagoya nach Ise-shi und Toba ist die Landschaft ziemlich zersiedelt. Zwischen Häusern (leichte Metallkonstruktionen mit wenig gemauerten Teilen), Schulen und städtischen Einrichtungen (überwiegend Beton, deutlich sichtbar) und industriellen Produktionsstätten sieht man immer wieder ausgedehnte Felder in rechtwinkligen Formen.

Auf den ländlichen Strecken hört man noch das (mir aus der Vergangenheit vertraute) Klackern der Räder auf den Schienen, wenn die Nahtstellen nicht verschweißt sind. Bei allen Fahrten nach Ise-shi und drumherum war das das begleitenden Geräusch. Zu Hause habe ich das längst vergessen.

eingezwängt zwischen Küste, Schienen und Bergen liegen die Städte

 

 

 

 

 

 

 

 

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