Antonius hilft beim Wiederkommen

31.08.18

Nach Padua hat es mich wieder hingezogen. Der hl. Antonius, dem man nachsagt, dass er Verlorenes wiederbringt und Liebende zusammenführt, war wieder mein Nachbar beim Blick aus dem Hotelfenster. Es gibt ein wunderbares, kleines Hotel wenige Schritte von Il Santo entfernt (Näheres dazu ein wenig später), das mir ein gutes Gefühl gibt. Der Aufenthalt war nur für zwei Tage gebucht, denn es soll weitergehen nach Apulien und Kalabrien.

Fensterblick auf Il Santo

Vor dem Einschlafen schwirrten die dünnen Klänge der Stundenuhr durch die Luft und am Morgen wurde man damit wieder wach. Zu Hause höre ich schon lange keine Kirchenglocken mehr, die die Zeit ansagen oder zum Gottesdienst rufen. Hier gehört es noch zum Tag. Die italienischen Städte sind immer noch voller Kirchen und die geben immer noch den Takt an.

Wir sind die bekannten Wege gegangen, haben Erinnerungen aufgefrischt. Wir waren wieder im Botanischen Garten, besuchten erneut die Goethe Palme und haben den neuen und eindrucksvollen Bereich der Pflanzensammlung angesehen, die ein neues, überaus modernes und eindrucksvolles Glashaus bekommen haben; sehr eindrücklich. Insgesamt ist der Botanische Garten ein Schmuckstück geworden. Der Eintritt ist allerdings auch in die Höhe gegangen; aber kann man sich hier einen ganzen Tag aufhalten. Ein Café gibt es aber nicht.

Die Palme, die sich Goethe auf seiner Italienreise zeigen ließ, sprengt nun fast das Glashaus, das nur für sie gebaut wurde

Beim ersten Besuch in diesem alten, für die fremden Pflanzen in Europa so wichtigen botanischen Garten, war es noch kaum Frühling und das pflanzliche Leben schlief noch fast. Jetzt war der Garten bestellt und in herrlicher Ordnung, so wie man am Ende des 18. Jahrhunderts Pflanzen zu Studienzwecken zusammen stellte.

Das neue Schauhaus, ein riesiger Glas-Querriegel, erinnert ein wenig an den Londoner Glas-Palast in moderner Version. Die verschiedenen Pflanzenwelten sind übersichtlich zusammen gestellt und mit Tafeln verständlich erläutert. Man kann sich gut einen Tag lang hier aufhalten – was einige Personen und auch Familien offensichtlich gerne taten.

Das neue Gewächshaus mit den Vegetationsregionen der Welt

Natürlich wurden die wichtigsten Kirchen nochmals besucht: Il Santo, die ich endlich mal ohne Pilgergruppen erleben konnte und beeindruckt war von der stimmig verschachtelten Bauweise, der eindrucksvollen Bemalung und dem Mut, immer wieder neue Altäre in den alten Bau zu integrieren.

S.Justina, die der ältere der beiden wuchtigen Bauten ist, konnte mich nur als Bau-Hülle überzeugen: klar gegliedert und ein Raum, der für viele Heiligen und rege Andachten gebaut wurde. Aber die Kirche steht heute nackt da, ohne Flair und nahezu ohne Farbe. Verblichenes Grau erzählt nur von Tristesse.

Überzeugend war das Baptisterium des Doms inmitten der Stadt (obwohl die Malereien in einem beklagenswerten Zustand sind).

Am nächsten Morgen war der Frühstücksraum einschließlich einer terrassenartigen Außenverlängerung voller laut parlierender und frühstückender Bayern: Bei der Ankunft müssen sie sehr still gewesen sein. Jetzt waren sie aufgekratzt und starteten ihren Pilgeraufenthalt.

Danach ging es zum Bahnhof.

Die Zugfahrt nach Foggia war lang und ermüdend.

 

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