Japan Miszellen 2017 – Anmerkungen ohne strenge Reihenfolge 08

Meandrieren im Sumo-Ringer Viertel Ryogoku 

Bei meinem nur zwei-nächtigen Aufenthalt in Nagasaki vor einer Woche, war ich wieder sehr angetan von meinem „Schlaf-Kimono“, wie mir mein Wirt erläuterte. so einen Kimono, der auch als „Sommer-Kimono“ bezeichnet wird, wollte ich mit nach Hause nehmen. Der Hinweis von „Wissenden“ schnickte mich in Tokyos Sumo-Ringer Viertel Ryogoku. Da wären überall Ausstattungsläden für die Sumo-Ringer und was sie brauchten, sei für einen europäischen Männerkörper eher tauglich als das, was durchschnittliche Japaner tragen.

In Supermärkten und Kaufhäusern erhält man diese Yukata genannten Kimonos auch, allerdings nur im Sommer.

Die Hallen für die Sumo Kämpfe sehen mächtig, aber nicht sonderlich attraktiv aus. In der Nähe irgendwo müssten sich entsprechende Sumo Ausstattungsläden finden lassen, vermutete ich.  Gefunden habe ich vor allem kleine und anspruchsvolle Restaurants.

Beim Streifen durch die Umgebung habe ich ein paar Ansichten von Ryogoku gesammelt, angelehnt an die Ansichten-Sammlungen von Hokusai und HIroshige:

Noch wenig berührter Sumo Ringer

 

Vom Bahnhof aus bog ich nach links in eine breitere Straße – kleine, auf Sockel erhobene Bronzestatuetten zeigten mir, dass ich im richtigen Viertel bin.

Auch wenn sich zwei der drei Statuetten, die ich fotografierte in ihren Bewegungen sehr ähnlich waren, gab es durch die Armbewegungen erkennbare Unterschiede.

Sumo Ringer in ähnlicher Ausgangsstellung

Die Sockel, auf denen die Sumo Figuren standen, waren nicht  nur dazu da, dass man den Idolen ins Gesicht sehen konnte, Die viereckigen Säulen trugen an ihren Seiten die Handabdrücke von – vermutlich – bekannten und verehrten Kämpfern. Auch ich bekam, als ich am Ende meines Rundgangs tatsächlich einen Laden mit Sumo Ringer Bedarf fand, nach dem Kauf als Dank oder Erinnerung oder Rabatt ein Faltblatt mit vielen, unterschiedlich groß gedruckten Zeichen, die die Namen berühmter Kämpfer waren.

Abklatschen mit den Idolen

 

 

So kann man sich jederzeit mit seinen Sumo Idolen „berühren“ und identifizieren. Ob diese einladende Geste zum „High five“ ermuntern soll, konnte ich den Beispielen kaum entnehmen, obwohl einigen deutlich die Patina abgeklatscht worden war.

 

Zwischen den breiteren Straßen gibt es ein paar cosy enge Sträßchen. Aus einer davon erhaschte ich einen Blick in Mittelalter.

Der Blick ins Mittelalter passt gut zum Kampfstil der Sumo Ringer

An der nächsten Ecke fand ich dann eine fahnen- geschwungene Einladung, eine Spiel mit seinem Glück zu machen: ein Sonderangebot einer Patchinko-Spielhalle, die innen bunt und schrecklich laut sind.


 

 

 

 

Bei der Suche nach einem Jakuta brauchte ich eine Pause, die ich auf der anderen Seite des Bahnhofes fand.

 

Yasuda Garten

Der Garten überraschte mich durch die Ruhe, die er mir vermittelte. Intensive Hektik hatte ich nicht verspürt, aber mein Gang durch den Garten zeigte, dass die Jakuta-Suche und das Versteckspiel der Architekturen mich durchaus in innere Spannung versetzt hatten.

Ich entspannte mich beim Gang durch den nicht sehr großen Garten, dessen Bedeutung (Geschichte bei Wikipedia nachzulesen) darein mündet, dass er in der Meiji Zeit, als Japan zu einer modernen imperialen Großmacht wurde (1868-1912), in der Literatur oft erwähnt wurde. Solche literarischen Erwähnungen haben über die Jahrhunderte die japanischen Kult- und Kulturstätten im Gedächtnis des Volkes erhalten.Gleich bei einem der Garten-Ausgänge erhaschte ich eine zeitgemäßes japanisches Arbeitsidyll:

Arbeitshandschuhe hingen an einem Trocknungsbügel für die Hauswäsche.

Zum Abschluß erfreuten mich drei Arbeiter, die an der Zugtrasse entlang irgendwen vermutlich von Staub oder Lärm schützen wollten.

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