Ein bewegendes mediterranes Fest für Jorge la Guardia

Am Eingang zum Atelier

Es war nicht wirklich zu erwarten, aber ich hätte es wissen können, dass der Hinweis „ab 18.00 Uhr“ nach deutschen Verhältnissen direkt 18.00 Uhr meinte. Ich verhielt mich mediterran und kam erst eine halbe Stunde danach – und stand vor der Tür und schaute auf einladende Kunst-Schnipsel und viele Köpfe. Die großen Atelierräume von Jorge la Guardia waren voller Menschen.

nach der ersten Gratulationsrede

 

 

Ein riesiger Andrang zu seinem 80. Geburtstag – erwartungsvolle Blicke, selbstverständliche Höflichkeit, ruhige Erwartung. Doch es gab überall noch kleine Gassen, damit man sich in die Räume hinein bewegen konnte. Und es gab auch immer noch hier und da einen Platz zum Sitzen.

 

Jorge mit jungen Sängerinnen

Sechs Jahre lang hatte Jorge in einer ehe- maligen Wohnung über seinem Atelier zusammen mit seinem langjährigen Freund und Unterstützer Peter Hansen eine Galerie für die regionalen Künstler geführt. Die Eröffnun-gen wurden zu ausgelassenen Festen, denen der 80. Geburtstag gestern ähnelte. Was in den vergangenen Jahren zur Selbstverständlichkeit gehörte, dass immer auch Kinder mitfeierten (ein Bestandteil südlicher Kulturen), wurde nun für Jorge zu einem neuen Schwerpunkt des Lebens: mit Kindern und Jugendlichen Zeit und Atelier zu teilen. Durch Musik, Tanz und Malerei wächst die Jugend um sein Atelier in eine gemeinsam erlebte Kultur. Die drei jungen Sängerinnen gaben eine Kostprobe mit einem spanischen Lied.

Bei Jorge wurde immer spanisches Essen gekocht, es wurden spanische Lieder gesungen und nach spanischen Melodien getanzt – es war immer eine offene Kultur. Sie wurde direkt gelebt und alle konnten da mit einsteigen.

ein Landschaftsbild von Jorge

Die Malerei von Jorge la Guardia entspricht nicht der Fröhlichkeit seiner Feste; ohne Freude aber will er, so darf man annehmen, sein Leben nicht leben und ohne Freude lassen sich dunkle Landschaften des Inneren nicht ertragen. Die Räume oberhalb seines Ateliers sind angefüllt mit Landschaften und Knochen, mit Ahnungen und Dunkelheiten. Die mit dunklen Farben getränkten Leinwände sind erstaunlich ermutigend, man spürt keine Zerrissenheit, eher Anstösse zur Beackerung und Bearbeitung.

Als ich aus der Ausstellung wieder ins Atelier komme, ist das fröhliche Treiben die Belohnung des Lebendigseins. – Und ich sehe um mich herum lauter lachende Gesichter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich weiß nicht, aus welchem Stoff diese Fröhlichkeit, diese gute Laune in Jorges Atelier entsteht. Ich erlebe sie und bin zufrieden. Schade, dass die Geburtstage von Jorge la Guardia so selten sind. Danke Jorge für Deine Feste.

 

 

 

 

 

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