Bei der Schwarzen Madonna – Tschenstochau

Der Hauptbahnhof von Tschenstochau - Päpste, Prominente und Präsidenten  kommen hier an

Der Hauptbahnhof von Tschenstochau – Päpste, Prominente und Präsidenten kommen hier an

Tschenstochau (Czestochowa) liegt östlich von Oppeln, eine Zugstunde entfernt. Es ist Polens berühmtester Wallfahrtsort, weil im dortigen Kloster Jasna Gora (Heller Berg) die Schwarze Madonna hängt. Es ist eine von vielen schwarzen christlichen Madonnen. Für Polen hat sie durch mancherlei wunderliche (Rettungs)Geschichten eine nationale Bedeutung; zwei Mal ist sie zur „Königin Polens“ gekrönt worden. Wie bei vielen anderen „Gnadenbildern“ ist der Ursprung nicht bekannt und auch die Umstände der jeweiligen Aufenthaltsorte sind eher mythisch. Im Fall der „Schwarzen Madonna“ von Tschenstochau gibt es in der Biographie die hl. Helena, die Mutter Konstantins, die neben vielen anderen Reliquien auch dieses Bild aus Jerusalem nach Konstantinopel gebracht haben soll, dann eine ungenannte byzantinische Prinzessin, die Jahrhunderte später das Bild als Brautschatz nach Europa transportierte. Auf dem Weg gab es dann aber offensichtlich noch weitere Hürden. Seit 1382 ist das Paulinen-Kloster Jasna Gora nun die Heimstatt, vorgeblich, weil sich die Kutschpferde weigerten, das Bild weiter zu tragen.

Schwarze Madonnen sind keine christlichen Erfindungen, es gab sie in vielen anderen Religionen.

Die Sky-line des Klosters Jasna Gora

Die Sky-line des Klosters Jasna Gora

Für Polen war und ist der katholische Glaube eine nationale Komponente und somit ist Tschenstochau auch ein nationales Zentrum.

Das Kloster hat sich gerne auch so dargestellt – architektonisch als Trutzburg mit Mauern und Zinnen.

Schon von Weitem sieht man einen hoch aufgereckten Turm.

Ein Besuch ist eindrucksvoll. Die katholische Kirche hat ja von den Römern Machtentfaltung durch Rituale, Schmuck und Kleidung übernommen und setzt alles das auch heute erfolgreich ein. Wer auf das Kloster zugeht, scheint sich einem modernen Kreuzfahrtschiff zu nähern, einer ikonografisch neu designten Arche Noah. Vor den Burgmauern des Klosters fand ein Open Air Gottesdienst statt, dem die Besucher anschließend einen weiteren vor der Schwarzen Madonna folgen ließen.

Ein prachtvoller Altar im Seitenschiff

Ein prachtvoller Altar im Seitenschiff

So wird das Ideal des christlichen Lebens den Gläubigen gezeigt

So wird das Ideal des christlichen Lebens den Gläubigen gezeigt

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt Tschenstochau scheint kaum mehr als den Weg zum Kloster zu bedeuten; sie dümpelt vor sich hin, der Rynek (der zentrale Marktplatz) ist eine öde Hässlichkeit und auch die Straßen rund um den Bahnhof strahlen kein Selbstvertrauen aus.

Rynek - der zentrale Marktplatz (am Sonntag)

Rynek – der zentrale Marktplatz (am Sonntag)

In wenigen ausdrucksstarken Graffiti fand ich Kommentare zum Empfinden der Gegenwart.

Der DJ als Figur des Lebensglücks?

Der DJ als Figur des Lebensglücks?

 

An einer Fußgängerbrücke über die Bahngleise

An einer Fußgängerbrücke über die Bahngleise

 

 

 

 

 

 

 

 

Straßenrand entlang der Bahngleise

Straßenrand entlang der Bahngleise

Als Abschluss das Bild einer Idylle inmitten der Tristesse

Als Abschluß das Bild einer Idylle inmitten der allgegenwärtigen Tristesse.

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