Eine Bilderbuch-Stadt: Görlitz – die Brücke nach Polen

Ins Reisen muss ich mich erst wieder einüben. Das Verlassen der Wohnung, der eigenen Stadt ist ja nur der erste Schritt, sich weg zu begeben. Es ist noch kein neues Ankommen. Eine Vorbereitung auf den ersten, wie die nächsten Orte vermeide ich. Ich möchte unvoreingenommen ankommen. Das gelingt nicht immer. Für diese Reise nach Polen aber klappt es.

Die erste Station ist Görlitz. Die Stadt kenne ich nicht, nur begeisterte Ausrufe „schön“, „toll“, „sehenswert“ von anderen. Es ist ein guter Einstieg für Polen, denn für Polen gibt es Erinnerungen an eine frühe Masuren-Reise mit Aufenthalt in Warschau, spätere Besuche in Wroclaw (Breslau), Krakau, nochmals Warschau und Posnan (Posen). Keine der Städte ist im Überblick in meinem Gedächtnis verankert, alle haben nur einzelne Szenen hinterlassen.

Eine Reise mit dem vergleichsweise langsamen Verkehrsmittel der Eisenbahn hat den Vorteil, dass Abschied und Ankunft gemächlich geschehen, ich mich auf beides ohne Ablenkung konzentrieren kann.

Also: Görlitz. Das Wetter war herrlich sonnig, warm und die Unterkunft geradezu idyllisch. Das Hotel ist eine alte Wassermühle und die alten Staustufen rufen immer noch das Geräusch rinnendes und rennendes Wassers hervor.

Bis zum Stadtzentrum führt eine Straße entlang grüner Park- und Waldbereiche. Und die Straße ist gesäumt von typischer Stadtrandhäuser aus dem späten neunzehnten Jahrhundert.

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Leaving home is the first step for a travel into somethong new. Entering the first place for a night or more does not give me a new home Feeling. I like to arrive without any expectations I like to explore.

Therefore Görlitz was perfect; I did know only short comments about the City from friends like „marvellous“, „beautiful“.

An old watermill was our Hotel, the way to town was lined by houses from the late 19 century, the time when steam and electricity Industrie brought richness to towns.

Before entering the old City you pass houses of the early 20th century some are vacant some with gardens nowadays used for Cafés and herbal planting.

p1070052adolfschneider_altefassadeVor der eigentlichen historischen Altstadt gibt es einen Gürtel von unauffälligen Häusern des frühen 20. Jahrhunderts. Manche scheinen dem Verfall preisgegeben, die Fenster schauen sehnsuchtsvoll nach neuen Bewohnern, manche werden von kreativen jungen Leuten als Cafés mit Kräutergärten bewirtschaftet. Hinter den tristen Fassaden öffnen sich weitläufige Gartenflächen wie aus dem Biedermeier.

cafegarten

Das Café als Küchengarten – a herbal kitchen garden for coffee drinkers

Auf dem Weg kommt man ganz selbstver- ständlich noch an Zeugnissen der sozialisti- schen Kultur der DDR vorbei: einem Por- trait des Künstlers Johannes Wüsten (1897-1943), der seit 1933 aktiver Gegner der Nazis war und von 1930-34 in Görlitz lebte.

Zu sehen, dass ein Teil der sozialistischen Kultur hier noch lebt, erfüllt mich mit frohen Gefühlen. Auch der Café-Garten mit seinen Küchenpflanzen erinnert an die tatkräftige, zupackende Kultur des Sozialismus.

In Görlitz a lot of reminiscents to the socialist culture of the former DDR a still existent and alive. For example a Portrait of the Artist Johannes Wüsten and the combination of a coffee sitting place and a kitchen garden.

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Portrait of/von Johannes Wüsten

Portrait of/von Johannes Wüsten

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Spätgotik bis zur Renaissance - ein Ausschnitt aus dem faszinierenden Gesicht der Stadt a original part of the historic face of the city

Von der Spätgotik bis zur Renaissance – ein Ausschnitt aus dem faszinierenden Gesicht der Stadt
a original part of the historic face of the City

Das alte Stadtzentrum ist ein Geschenk der Geschichte an uns; es hat die Jahrhunderte und den Zweiten Weltkrieg überdauert und steht nun als Zeugnis bürgerlicher Kultur im Umbruch zu einer digitalen Welt. – Ein wenig unwirklich wirkte es auf mich. Wie können die Menschen heute in dieser Stadt leben. Ich erlebte sie als Historien- und Touristenstadt. Ich weiß nicht, wie ich mit den Denkmälern vergangener Jahrhunderte als Alltagsumgebung leben würde.

Das Gefühl und diese Frage nehme ich mit auf die weitere Reise – in Gedanken über die Brücke der Lausitzer Neisse – in der Realität im Zug vom Bahnhof Görlitz aus nach Oppeln.

The wonderful historical City of Görlitz becomes a question mark for me: how will it be possible to live the actual life of a changing culture to digital life inside the witnesses of City with a face of nearly 1.000 years? I will carry the question without an answer.

Blick von Görlitz über die Neisse nach Zgorelec in Polen - view from Görlitz/Germany to Zgorelec/Poland

Blick von Görlitz über die Neisse nach Zgorelec in Polen – view from Görlitz/Germany to Zgorelec/Poland

Erlebt am 6. und 7. September, geschrieben erst am 9.und10. September

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