Naoshima – der Ort vor der Kunst

24.03.

Naoshime ist ein Synonym für den international gefeierten nachhaltigen Umgang von Kunst mit Natur und Architektur. Von/vom Menschen ist dabei nicht die Rede, in keinhem der Texte, die ich gelesen habe, wurde er dabei erwähnt. Aber er soll lernen, wie man verantwortlich mit den Produkten unseres Geistes umgehen kann.

Ich bin heute aus Osaka angereist, um Zwischenstation bei der Kunst bin der Landschaft zu machen, bevor ich nach Hiroshima fahre und mich dort mit der Kunst der Zerstörung konfrontiere.

Die Anfahrt mit Shinkansen und Regional Rapid war schnell und dennoch behaglich. In Takamatsu hatte ich zwischen Ankunft und Abfahrt der Fähre fast zwei Stunden Zeit. Ich verbrachte sie im Gartenpark der ehemaligen Burg. Ein in seiner Stille wunderbar angelegter „trockener“ Garten, dessen Kieselbachbetten tat- sächlich stimmig und richtig sind. Bewegend für mich war dabei die Anwesenheit einiger Gärtner, die in den Bäumen hockten oder auf hohen Leitern standen und die Bäume trimmten. Der winter- liche Nadelwuchs wurde wieder in Kunst zurück verwandelt.

Es war wie der längst fällige Besuch beim Friseur. Die Konzen- tration der „Beschneider“ wurde für mich zu einem Stück der Park-Meditation.

Die anschließend fast einstündige Überfahrt zur Insel Shikoku (hoffentlich ist das jetzt namentlich richtig) war ein weiterer Schritt zur Entschleunigung. Den näshsten machte sich selbst, in dem ich mich nicht gleich auf die Kunst-Tour begab, sondern erst einmal wissen wollte, wo ich bin. Denn vom Ort Naoshima liest man, wenn es um das Art Projekt geht, nichts. Und er präsentiert sich auch nicht als etwas Besonderes, er ist nicht das Cover Girl für die Naoshima Art.

Ich habe den Ort, von dem ich wirklich nichts weiß, als ein  beständiges Wechseln zwischen gestern und heute erlebt, mit verfallenden alten Häusern, schrecklich scheußlichen Zweck- und Zufallsbauten, herrlich absurden Anpassungen an Notwendigkeit, Nützlichkeit und blinden Zufall.

Begründungen habe ich für meine Schubladisierungen eigentlich nicht, nur die Empfindungen, dass es so sein könnte.

Einen Nachmittag lang bin ich durch den Ort gegangen und habe fotografiert; ich habe während der Zeit keinen der Toursiten gesehen, die den Ort, wenn es denn wärmer wird, nicht nur be- völkern, sondern wahrscheinlich auch übervölkern. Aber Alte und Kinder habe ich gesehen und mit leichten Verbeugungen haben wir einander begrüßt.

Ich lege hier eine kleine Auswahl – eigentlich schon viel zu umfangreich, vor, mit kurzen Kommentaren, die mir bei der Aufnahme oder erst beim Betrachten einfielen:

Die Fähre trägt en Namen hin und her

Die Fähre trägt en Namen hin und her

Vom öffentlichen Bad in Naoshima liest man überall, es wird auf allen empfohlen. Außen ist es ein Hippie-Tempel, drinnen irgendwie recht eng.

Vom öffentlichen Bad in Naoshima liest man überall, es wird auf allen empfohlen. Außen ist es ein Hippie-Tempel, drinnen irgendwie recht eng.

Blicke in Gärten eröffnen sich immer wieder

Blicke in Gärten eröffnen sich immer wieder

Die Schokoladenseite - dien "Strandallee", erinnert mich irgendwie an Wildwest-Städtchen

Die Schokoladenseite – dien „Strandallee“, erinnert mich irgendwie an Wildwest-Städtchen

Siehst aus wie ein verlassenes Mobilhome, ist auch tatsächlich verlassen, aber nicht mobil

Siehst aus wie ein verlassenes Mobilhome, ist auch tatsächlich verlassen, aber nicht mobil

Auch das ist nur noch eine schöne Fassade

Auch das ist nur noch eine schöne Fassade

Struktur der alten Häuser

Der Blick hinter die klassische Fassade

Der Blick hinter die klassische Fassade

Ein Hof wie ein Stilleben

Ein Hof wie ein Stilleben

Dachfreundschaften

Dachfreundschaften

Blick auf einen guten Erwerbszweig - rent a bike

Blick auf einen guten Erwerbszweig – rent a bike

Die traditionelle "Industrie"

Die traditionelle „Industrie“

Immer noch attraktiv - der Spielplatz und die Gruppe

Immer noch attraktiv – der Spielplatz und die Gruppe

Das war mal Fortschritt (bei uns) - heute immer noch?

Das war mal Fortschritt (bei uns) – heute immer noch?

Der Friedhof liegt direkt hinter den Hallen mit den Fischernetzen - das für mich berührendste Grab.

Der Friedhof liegt direkt hinter den Hallen mit den Fischernetzen – das für mich berührendste Grab.

Idyllisch-fröhliches Schlußstück

Idyllisch-fröhliches Schlußstück

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