Wasser, Kerzen, Weihrauch, Blumen

Montags haben Museen geschlossen, aber die Stadt ist offen und Tempel und Shrine lassen Besucher ebenfalls eintreten. Also fuhr ich am Montag nach Kyoto, mit dem schnellen Shinkansen von Osaka aus in nur 16 Minuten. Die Geschwindigkeit des Fahrens spürt man nicht, also kann ich auch keine km/h Angaben machen.
Auf dem Stadtplan von Kyoto (in der Tourist Information im Hbf. mitgenommen) gab es in fussläufiger Entfernung zwei große Tempel. Mehr nahm ich mir nicht vor.
Drei Stunden verbrachte ich in einem etwa 1 km² großen Areal nördlich des Hauptbahnhofs. Ich mäandrierte einfach durch die Straßen und betrachtete neue und alte Häuser, schaute in kleine Straßen und winzige Ecken. Was ich sah, hatte ich auch schon vorher gesehen. In Kyoto schien mir aber doch Altes und Neues besonders eng aneinander geschmiegt. Und um den großen, raumgreifenden Higashi Honganji Tempel herum gab es eine Reihe versteckter Shrine und Tempelchen. Da hüpfte meine Seele und freute sich über jedes Zipfelchen Rot, das um eine steinerne Figur geknotet war, selbst wenn ich die Figur in ihrem Gehäuse nicht wirklich sehen konnte.

Tempelchen_amEndederStrasse
Alt und neu, Holz und Beton und in japanischer Manier die Wände öffnende Lichtstreifen zur inneren Raumbeleuchtung, das drängte sich alles geradezu ineinander und bot sogar dem Auge ein Gefühl von Wärme. Hier existiert noch (!) gleich beim Hauptbahnhof ein Quartier, das in sich und vielleicht auch aus sich heraus lebt. Ich kam um die Mittagszeit und viel Betrieb war in den Straßen nicht. Ich konnte in kleine Gassen gehen, ohne die Ruhe zu stören und vielleicht auch, ohne gesehen zu werden.

Shrine auf Parkplatz

Bei Durchsicht der Fotos werde ich mich heute auf einen kleinen Ort beschränken: zwischen den beiden parallel verlaufenden Straßen Bokujo dori und Gojo dori gibt es an der Kawaramanchi dori vier Tempel, von denen ich einen betrat und mich von seinem Friedhof anziehen ließ.

Räume fürs Leben und Nachleben

Räume fürs Leben und Nachleben

Friedhöfe sind eine Aufgabe und auch eine Einnahmequelle für die (buddhistischen) Tempel. Im Buddhismus werden die Leichname verbrannt; die Abgehörigen haben die Freiheit, Asche und Knochen in einer Urne mitzunehmen, sie auf dem Tempel-Friedhof beerdigen lassen oder mit der Asche anderer einen Asche-Buddha zu bauen. Bis ein Asche-Buddha (ca. 40 cm Höhe) gepresst werden kann, müssen etwa zehn Jahre Aschen gesammelt werden.Tempel2_viell.AscheBuddha

Einige alte Gräber...

Einige alte Gräber…

 

 

 

 

 

…still under construction

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