Treffpunkt Tennoji-Station Osaka

Die Bahnstation Tennoji war der Treffpunkt, an dem ich abgeholt wurde. Denn ich hatte keine Adresse, also keine Ahnung, wo mein Bett für die kommenden vier Wochen steht. Das ergab kleine Dispute bei der Einreise am Flughafen Kansei. Aber mit einer Telefonnummer gab man sich dann zufrieden. Und die hatte ich.

Das Zugfahren mußte ich hier erst einmal neu lernen. Geklappt hat es dennoch nicht auf Anhieb. Ich nahm den falschen Zug, obwohl der richtige agezeigt wurde, aber auf einen wartenden falschen verweis. Ich kam also zu spät zum Treffpunkt. Getroffen haben wir uns trotzdem.

Meine Gastgeberin, die Galeristin Mishima Keiko (re) und die Künstlerin Kanako Uemura

Meine Gastgeberin, die Galeristin Mishima Keiko (re) und die Künstlerin Kanako Uemura

 

 

 

 

 

 

Das erste Bild beim Erwachen am Morgen nach meiner Ankunft

Das erste Bild beim Erwachen am Morgen nach meiner Ankunft

Darauf fiel mein erster Blick nach der ersten Nacht in Osaka-Tennoji: dunkle Holztäfelung, helle Fenstervorhänge und eine nach einigem Nachdenken doch fremde kleine Deckenlampe. Ihre Form war mir ja sehr vertraut, aber die weitere Umgebung war doch fremd, vertraut nur von Fotos.
Das ist meine Umgebung bis zum Ende des Monats, das Gästehaus der Kaede Galerie von Mishima Keiko. Die Künstlerin Kanako Uemura hat mir das vermittelt.

Das zweistöckige Holzhaus steht auf einem dicht bebauten Grund- stück, auf dem sich auch die Galerie befindet und ein neueres schmales Wohnhaus, das den alten Stil beibehält. Es ist ein Mini-Stadtteil für sich.

Schräg über die Straße, so nah, dass ich aufpassen muß, nicht daran vorbei zu gehen, gibt es ein kleines Café, geführt von einer für mich noch namenlosen Frau. Ich wurde dort als erstes eingeführt und habe heute auch hier mein erstes Frühstück genommen. Auf den wenigen Metern dorthin wurde ich auf der Straße von einer alten Frau begrüßt und leutselig angesprochen. Erst als sie auf ihren langen Satz hin eine Antwort haben wollte (ich fühlte es) und mein Englisch nicht verstand, schaute sie ein wenig verlegen.

Frühstück im Café über die Straße

Frühstück im Café über die Straße

Europäische Backwaren und vor allem das Frühstück werden auch in Japan sehr geschätzt. Cafés findet man auf Schritt und Tritt und auch Läden, in denen man Süsses (einschließlich weißem Brot) kaufen kann. Diese Vorliebe habe ich schon bei meinen  China-Aufenthalten bemerkt und auch ausgekostet.

Sie führt das Café seit 30J

Im Café wurde ich gleich freundlich begrüßt und als die bereits Anwesenden, nicht mehr im Berufsleben stehenden Frauen das registrierten, war ich akzeptiert. Seither umgeben mich ältere Damen, die ein europäisch angehauchtes Frühstück einnehmen und eifrig miteinander sprechen.

so wird hier gearbeitet
Gestern Abend, nach einer endlos langen Nacht in Flugzeugen, habe ich eine Inspektionstour durch die nähere Umgebung gemacht. Die Bebauung ist sehr heterogen und flankiert eine alte Straße, die früher Kyoto, einst Kaiserstadt, und Osaka verband; es ist also eine der „breiten Straßen“, die sich nahezu in jeder größeren oder wichtigeren Ansiedlung in der Welt bestanden. Ich erinnere mich an die „Breite Straße“ in Chengdu und natürlich auch an die Breite Straße in Hannover und wer erinnert sich nicht an den „Broadway“, den es ja nicht nur in Hollywood gibt.

Das Design-Büro

Das Design-Büro

Über die nächste Querstraße meines „Broadways“ fand ich ein ausdrucksstark angekündigtes Design-Büro („gegen Atom Kraft“, sagte Kanako, stünde auf den Schildern) und auch das public bath liegt dort, das mir das nicht vorhandene Badezimmer ersetzt. Darüber werde ich gesondert berichten.

 

 

 

Abendessen down town_1

Zum Abendessen gingen wir dann über die lange Marktstraße down town. Obwohl im Einkaufsviertel gelegen, war es ein ruhiges, traditionell ausgestattetes und geführten Restaurant.

Eine Lunchbox fürs Mittagessen

Eine Lunchbox fürs Mittagessen

Vier fröhlich laute Damen verlassen gerade das Café. Um mich herum werden von zwischenzeitlich drei Frauen lunchboxes bestückt oder nur noch mit Namenszetteln beklebt. Seit ich hier schreibe, gingen beständig Telefonanrufe ein, die ich jetzt als Bestellungen verstehen kann. Was ich gestern auf der Marktstraße gesehen habe, dass nämlich von den verschiedenen Gemüse-, Fisch- und Fleisch- geschäften solche lunchboxes individuell zusammengestellt angeboten werden, dass wir hier ebenfalls getan. Dabei kommt es nicht nur auf die Zusammenstellung an, sondern auch auf das schöne Arrangement: es wird lange an den Gemüsestreifen gezupft.
Nun also ist Mittagszeit: Guten Appetit.

Vom Spaziergang danach hier noch ein paar Eindrücke:

ein 24h Laden

Das öffentliche Bad - mein  Badezimmer

Das öffentliche Bad – mein Badezimmer

Speisekarten auf der Marktstrasse

Speisekarten auf der Marktstrasse

 

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