In der Weissen Halle _ Brigitte Tast in der Eisfabrik Hannover

Ein-Blick in eine Einmischung in einen weissen Raum.

Ein verschlossener Aufbruch? Ein vernähter Bruch? Ein Detail aus einem Karton Gehäuse.

Eisfabrik_InderweissenHalle (1)

In der Weissen Halle_vor Ende des Aufbaus

Brigitte Tast hat vor drei Jahren für ihr künstlerisches Arbeiten ein neues Format gefunden. Sie nennt es „Einmischungen“. Mit ihren Fotografien, mit Texten und textilen Kleininstallationen (man könnte sie ebenso gut Modelle nennen), nistet sie sich   vorübergehend in fremde Räumlichkeiten ein: in einen leeren Supermarktraum, in Künstlerateliers, in den Frühstückraum eines Hotels. Es waren immer Räume mit einem noch sichtbaren fremden, durch Historie geprägten Flair, Räume mit Vergangenheit. Und Brigitte Tasts Fotos, Texte und Kartoninstalla- tionen waren gleichfalls Bilder von Vergangenheit und zugleich deren Auseinandersetzung.

Die „Einmischungen“ von Brigitte Tast entstanden aus dem Verdacht, dass sich weit zurückliegend andere in ihr Leben eingemischt hatten. Und suchend mischt sie sich nun in die Vergangenheiten anderer, auch Unbeteiligter, ein. Sie beginnt sich mit allen Sensorien die verschlossenen Räume der Vergangenheit zu öffnen: mit Bild und Wort, mit Tastsinn und Körperlichkeit. Da, wo die Räume ihrer „Einmischungen“ belebt, also voll waren, konnte sie nicht nur suchen, sondern auch untertauchen. In der hannoverschen Eisfabrik, dem Kulturzentrum der Südstadt, bot man ihr einen leeren weissen Raum.*** Hier nun zeigt sie sich und die Verstecke, in denen Vergangenheiten sich einnisten.

*** 3.09. Das, erfuhr ich nachträglich, „wäre falsch, Wolfgang und Peter Piontek haben kuratiert, nicht nur einen Platz zur Verfügung gestellt“ (aus einer mail).

Eisfabrik_InderweissenHalle (17)Mit ihren Fotografien, mit Texten und textilen Kleininstallationen (man könnte sie ebenso gut Modelle nennen), nistet sie sich   vorübergehend in fremde Räumlich-keiten ein: in einen leeren Supermarkt- raum, in Künstlerateliers, in den Frühstückraum eines Hotels. Es waren immer Räume mit einem noch sichtbaren fremden, durch Historie geprägten Flair. Es waren Räume mit Vergangenheit. Und Brigitte Tasts Fotos, Texte und Kartoninstallationen waren gleichfalls Bilder von Vergangenheit und zugleich deren Auseinandersetzung.

Der Raum ist eingekreist von Fotografien aus mehr als 25 Jahren. Alle verweisen auf die eigentliche Leere, meist durch den Entzug derselben. Oberflächen werden zur Welt aufgebaut. Die wiederum spiegelt sich dann in den Kartoninstallationen, die diese Welten zum Theater stilisieren.

Jacquelin, 1997

Jacquelin, 1997

In den Fotografien von Brigitte Tast ist stillgelegte Gegen- wart theatralisch. Und doch bleibt alles alltäglich. Die Foto- grafin nimmt sich selbst hinein in diese aufgeklappte Welt zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Durch jedes Modell   aber verdoppelt sie sich auch wieder.

Shibari-Session von Felix Ruckewrt, berlin, 2013

Shibari-Session von Felix Ruckert, Berlin, 2013

In der Mitte dieser „Einmischung“, die zur Installation gefroren ist, steht das Theater der Alltäglichkeit, umgeben von Menschen und auch Bäumen, die es betrachten. Zeit ist Raum, fürs Denken und Fühlen und suchen. Der Anfang dieses Werkkomplexes war Brigitte Tasts Buch „Die Hüterin des Weiß“, diese Ausstellung führt wieder dorthin zurück. Die Hüterin des Weiß füllt die weisse Halle mit der unergründlichen Geschichte der Suche nach dem verlorenen Ich. Weiss ist hell, strahlend, blendend, öffnend und verschließend. Es ist die Farbe des Ein-und-Alles.

Die Ausstellung wird am 5. September, 19.00 Uhr eröffnet, mit einer Performance. Eisfabrik, Sailerstrasse 15 D.

Am 14. September führt Brigitte Tast eine Diageschichte vor, 17.00 Uhr.

Am 28. September, dem letzten Tag, gibt es ein Künstlergespräch, 15.00 Uhr

 

 

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