Buda und die Burg

Buda 1493

Buda 1493

So idyllisch wirkt der Budaberg heute nicht mehr, aber die Touristen bringen ihre eigene Vorstellungt von Idylle und historischem Aussehen mit. Die Burg auf dem Budaberg ist das Touristenzentrum von Budapest schlechthin.

Bevor es Pest gab, das heute im Grunde als Zentrum der Stadt angesehen wird, gab es die Burg auf dem etwa 160 Meter hohen Berg. Im frühen 13. Jahrhundert soll der Bau der Burg begonnen worden sein, auf Geheiß des ungarischen Königs Bela IV. Seine Lebensdaten werden  mit 1206-1270 angegeben. Eine Erhebung am Donauufer war sicher nicht nur ein guter Aussichtsturm, sondern versprach auch eine gewisse Sicherheit. Aber genutzt hat das wenig, denn die Mongolen, die sich schon mit vielen gewonnen Schlachten enkündigten, wurden weniger ernst genommen als das Gefühl der eigenen Macht. Die Ungarn, selbst ein Reitervolk aus dem ferneren Osten, verdingten sich lieber gegen Geld oder Beute an andere kriegführenden Könige im Westen. Die Mongolen waren erst 1241 ins ungarische Gebiet eingebrochen, aber kurz danach wieder abgezogen als sie die Nachricht vom Tod ihres Großkhans Ögödei erhielten. Nach 150 Jahren waren sie aber wieder da und fanden statt der früheren Wagenburg eine steinerne Burg vor. Schutz bot sie den Ungarn nicht, die Türken eroberten sie und blieben dann für drei Jahrhunderte. Erst 1686 wurden sie wieder vertrieben.

Heute überlässt man die Burg und die Straßen und Kirchen die sich um die Residenz gebildet hatten, den Touristen. Ich bin durch die Straßen gegangen, ohne von der Vergangenheit einen Schimmer zu bekommen. Natürlich kann man bei Wikipedia oder in einem Reiseführer Informationen nachlesen, doch ein Verständnis für die Zeit oder die ungarische Geschichte erhält man dadurch nicht. Die ungarische Geschichte ist äußerst verworren und was man auf der Burg sehen kann, ist zwischen den frühen Jahren und dem späten 19. Jahrhundert angesiedelt. Türkisches sieht man nicht (mehr).

Die Fischerbastei, die aussieht wie eine von Walt Disney erbaute Burgmauer mit Türmen ist ständig von fotografierenden Touristen belagert; sie hängen aus alles gotische geformten Säulen-Fensteröffnungen. Es passt zur Zeit, denn diese Fischerbastei wurde erst zwischen 1895 und 1902 gebaut. Zu dieser Zeit war Pest der zeitgemäße Aufenthaltsraum und bald danach wurde dann aus Buda und Pest die Stadt Budapest.

wer mit der preiswerten Tram ankommt statt mit dem teuren Aufzug, hat erst einmal dieses Bild spätsozialistischer Stadtgestaltung vor sich

wer mit der preiswerten Tram ankommt statt mit dem teuren Aufzug, hat erst einmal dieses Bild spätsozialistischer Stadtgestaltung vor sich

Ich fand es wichtiger, die Touristen zu beobachten als die steinernen Bauwerke. Das findet sich in meinen Fotos wieder.

Touristen auf allen Aussichtsbalkonen

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chinesisches Erinnerungsfoto

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deutsches Erinnerungsfoto

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